OÖ Bäuerinnen und Bauern machen auf ihre schwierige Situation aufmerksam!

OÖ Bäuerinnen und Bauern machen auf ihre schwierige Situation aufmerksam!

Mit einer Plakataktion zeigt der OÖ. Bauernbund, dass Lebensmittelimporte und Billigpreise des Handels auf Kosten der heimischen Landwirtschaft gehen. Auch die Konsumentinnen und Konsumenten sollen sensibilisiert werden. 

„Wenn ich groß bin, möchte ich Bäuerin werden. Gib mir eine faire Chance!“, liest man auf einem der Plakate, die kürzlich im Bezirk Vöcklabruck von Bäuerinnen und Bauern aufgestellt wurden. Der oberösterreichische Bauernbund hat zu einer landesweiten Plakataktion aufgerufen, bei der sich auch der Bezirk Vöcklabruck beteiligt. Adressiert ist die Botschaft an den Handel, denn der macht es den Bäuerinnen und Bauern mitunter sehr schwer. „Billigpreise, Rabattschlachten oder importierte billigere Lebensmittel aus dem Ausland untergraben die heimische Qualitätsproduktion“, sagt der oö. Bauernbund-Direktor Wolfgang Wallner. „Da können unsere Bäuerinnen und Bauern nicht mithalten und spätestens die nächste Generation kann die Höfe unter diesen Voraussetzungen dann nicht mehr weiterführen“, so Wallner.

Lebensmittelimporte, Billigpreis und Kokosöl: Die Praktiken des Handels im Visier

Die Kampagne soll vor allem die Aufmerksamkeit des Handels auf sich ziehen. Und so wird der Bauernbund in der Formulierung auf den Plakaten auch etwas direkter als auf dem eingangs erwähnten. Lebensmittelimporte werden dabei zum Beispiel stark kritisiert. Das liest sich auf den großen Transparenten - nach der freundlichen Grußformel „Lieber Handel“ - dann so: „Wir produzieren österreichische Milch und du importierst sie aus dem Ausland. Das muss aufhören.“ Oder „Wir produzieren beste österreichische Qualität und schauen auf unsere Tiere. Stopp dem Billigfleisch-Import.“ Oder „Wir schützen Bienen. Du importierst Honig aus dem Ausland. Was soll das?“ Oder: „Du importierst Holz aus dem Ausland. Stärken wir unsere heimischen Waldbauern.“

Auch mit den Billigpreisen wird hart ins Gericht gegangen: „Wir pflegen die Landschaft mit Liebe und Fleiß und du ruinierst uns mit Billigpreis. Das muss aufhören!“, ist in großen Lettern zu lesen. Oder auch: „Ein Skandal! Mein Schnitzelfleisch landet zum Billigpreis im Regal.“ Und auch die Inhaltsstoffe Kokosöl und Palmöl, die bereits in vielen Produkten enthalten sind und heimische Alternativen wie Milchfett immer öfter verdrängen, werden von den Bäuerinnen und Bauern an den Pranger gestellt, was dann so klingt: „In vielen Produkten steckt Kokos/Palmfett. Das muss aufhören. Die Lunge der Erde brennt!“

„Es geht um uns regionale Bäuerinnen und Bauern“

„Unterschrieben“ sind die Plakate allesamt mit „Deine regionalen Bauern“. „Es geht um uns Bäuerinnen und Bauern. Das sind keine anonymen Betriebe, sondern der Bauer und die Bäuerin ums Eck, den und die jeder kennt.“, sagt Bauernbund-Bezirksobmann BBKO Alfred Lang aus Vöcklabruck.

Auch Konsumentinnen und Konsumenten sollen angesprochen werden

„Der Handel hat die Macht, diese regionalen Strukturen, die Höfe unserer Bäuerinnen und Bauern zu erhalten. Er kann uns aber auch ruinieren“, bringt es auch die Bezirksbäuerin Elfriede Schachinger auf den Punkt. Sie hofft, dass die Botschaft bei den Verantwortlichen ankommt.

Natürlich will man mit der Aktion aber auch die Konsumentinnen und Konsumenten ansprechen. „Wir sitzen im selben Boot und wir brauchen einander. Ich bin froh, dass schon vielen Menschen Regionalität ein wirkliches Anliegen ist und sie ihr Einkaufsverhalten danach ausrichten“, sagt Schachinger. „Damit der Handel diesen Druck spürt, braucht es aber viele. Und deshalb wollen wir eben auch die Konsumentinnen und Konsumenten mit unserer Plakataktion ansprechen,“ so die Bezirksbäuerin.

Beide hoffen, dass die Aktion bei Handel und Konsumenten ankommt. „Dann sind wir unserem Ziel wieder ein Stück näher. Was dieses Ziel ist? Unsere Höfe mit der gleichen Leidenschaft auch künftig weiterzuführen und zu entwickeln, damit dann unsere Kinder die faire Chance haben, Bäuerin und Bauer zu werden.“

 

Quelle: OÖ Bauernbund / Fotocredit: Privat (zur honorarfreien Verwendung)

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