Feministische Avantgarde am Puls der Zeit

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Margot Pilz in der Kunsthalle Krems

Am Freitag, den 22. Oktober 2021, eröffnete die neue Ausstellung Margot Pilz. Selbstauslöserin in der Kunsthalle Krems. Am Samstag, den 23. Oktober ist der Eintritt in die Ausstellung frei.

Die 1936 in Harleem (Niederlande) geborene Margot Pilz gilt als Pionierin der Medienkunst und prägt seit den 1980er-Jahren die österreichische Kunstlandschaft. Die neue Ausstellung in der Kunsthalle Krems zeigt einen Querschnitt aus über 40 Jahren künstlerischer Tätigkeit, die mit der Festnahme beim dritten Frauenfest 1978 ihre Initialzündung bekam. In den darauffolgenden vier Jahrzenten avancierte Pilz zu einer der international bedeutendsten feministischen Künstlerinnen. Die Auseinandersetzung mit dem Individuum im Verhältnis zur Gesellschaft und der Stellung der Frau zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Fotografien, Videoarbeiten, digitalen Skulpturen und Performances. Florian Steiniger, künstlerische Direktor der Kunsthalle Krems, dazu:

„In den Werken von Margot Pilz treffen existenzielle Fragestellungen auf ungehemmte Wahrheiten und ehrliche Antworten. Pilz widmet sich Themen, die auch nach 40 Jahren nichts an ihrer gesellschaftspolitischen Relevanz eingebüßt haben.“

Für die Ausstellung in Krems hat Pilz mehrere neue Werke entwickelt. Die Neonskulptur Göttin schuf Eva ist eine Neudeutung von Michelangelos berühmter Erschaffungsszene in der Sixtinischen Kapelle. Die Arbeit Kaorle.Global bezieht sich auf ihr wegweisendes Projekt Kaorle am Karlsplatz bei den Wiener Festwochen 1982. Rund um das Wasserbecken vor der Karlskirche ließ Pilz damals einen Sandstrand mit Palme anlegen, um den urbanen Raum künstlerisch zu besetzen. In Krems hat sie im Wissen um die Zerstörung der Natur eine ernüchternde neue Version realisiert: eine Insel mit Strand und Palme, sowie Mikroabfällen und Plastikmüll.

In den letzten Jahren hat sich Pilz vermehrt mit ihrem Altwerden beschäftigt. Andreas Hoffer, Kurator der Ausstellung, dazu: 

„Mit eindrucksvollen Foto- und Videoarbeiten dokumentiert Pilz den schonungslosen Prozess der körperlichen Veränderung. Die Arbeiten sind jedoch nicht wehleidig und beschönigen nichts. Sie zeugen vielmehr von dem immer noch ungebrochenen künstlerischen Elan der mittlerweile 85-jährigen Künstlerin.“

Quelle: Matej Gajdos Kunstmeile Krems  //  Fotocredit: Margot Pilz, Kooperation: Victoria Coeln Courtesy of Galerie 3

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